Repression nach Stadthausbesetzung?

Wenn ihr von Repression betroffen seid, denkt daran, ihr seid damit nicht allein! Ihr könnt auf die Unterstützung der beteiligten Gruppen und Projekte zählen. Habt ihr also Post von Polizei oder Staatsanwaltschaft erhalten, schreibt eine Mail an rabAZ@riseup.net. Denkt dabei daran weder euch noch andere zu belasten. Auch wenn ihr euch selber Unterstützung suchen wollt, informiert uns gerne.

Zur Aktion im Stadthaus gab es von den Beteiligten unterschiedliches Feedback. Uns ist es wichtig dieses aufzugreifen, den Raum für weiteres Feedback zu geben und mit euch im Gespräch zu sein. Daher findet ein gemeinsames Reflektionstreffen statt:
Donnerstag, 07.03.19 um 19 Uhr im Autonomen Zentrum Köln
Wir würden uns freuen, wenn ihr kommt. Für Getränke und Snacks während einem gemütlichen Zusammensein ist gesorgt.

Konstruktive Kritik ist wichtig, damit auch bei zukünftigen Aktionen Menschen sich wohl und sicher fühlen und ein möglichst breiter Kreis von Unterstützer*innen sich empowert fühlt daran teilzunehmen.

PM: Stadthaus Deutz besetzt

Am Donnerstag um 13 Uhr besetzten Sympathisant*innen der Wagenplätze und des Autonomen Zentrums das Stadthaus Deutz. Mit Sofas, Teppichen, Schlafsäcken und Zelten sowie einer mobilen Suppenküche und Soundanlage ließen sich 120 Personen in der Eingangshalle nieder. Kletteraktivist*innen seilten sich an der Gebäudefront ab und entrollten ein zehn Meter langes Transparent mit der Aufschrift „Wagenplätze und AZ bleiben“. Dazu hängten mehrere Menschen auf der Dachterrasse weitere Transparente auf und ließen bunten Rauch aufsteigen. Im Büro von Detlef Fritz, dem Leiter des Liegenschaftsamtes, und Markus Greitemann, dem Baudezernenten der Stadt Köln, verteilten Aktivist*innen Konfetti, Luftschlangen und Flyer.

Eine davon ist Luisa Richter vom Wagenplatz „Wem gehört die Welt“. Sie erklärt: „Wir haben das Gebäude besetzt, weil wir es satthaben, nicht zu wissen, wie es mit unserem Wagenplatz weiter geht. Wenn wir dort vertrieben werden, haben wir kein Zuhause mehr. Wir werden uns aber nicht einfach in Luft auflösen. Damit die Stadt das endlich begreift, schlagen wir unsere Zelte hier auf – wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Derweil spielten die Anwesenden in der Eingangshalle friedlich Tischtennis und Gesellschaftsspiele, hielten Ansprachen über Megaphon. Sie erklärten sich solidarisch mit den Aktivist*innen in den Büros, an der Fassade und auf dem Dach. Sabrina Purple, eine Nutzerin des Autonomen Zentrums, macht deutlich: „Wir fordern, dass alle Kölner Wagenplätze und das Autonome Zentrum genau da bleiben, wo sie sind. Das Autonome Zentrum soll durch Rollrasen ersetzt werden, die Wagenplätze sind von Bebauung bedroht – das sind für uns zwei Seiten derselben Medaille. Hier sollen soziokulturelle Freiräume zugunsten wirtschaftlicher Interessen aus Köln verdrängt werden.“ Die Stadt habe sich lange genug aus der Verantwortung gezogen. Heute würden die Aktivist*innen bleiben, bis sie ihre Forderungen erfüllt sehen.

 

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses rabAZ

Köln, 31.01.2019

Stadtkritische (Soja)Schnitzeljagd 31.01.2019 12h

#wirfürköln #alle bleiben #wemgehörtdiewelt #bauwagenplatz

Stadtkritische (Soja)Schnitzeljagd
Die Wagenplätze und das Autonome Zentrum Köln machen gemeinsame Sache! Wir wollen gemeinsam mit euch eine politische und stadtplanungskritische Schnitzeljagd in und durch Deutz veranstalten. Mit leckeren Soja-Schnitzelbrötchen im Gepäck werden wir an mehreren Stationen über das Deutzer Veedel, seine Standorte und Geschichte informieren… und aktiv werden!

Wie bundesweit andere linke Projekte auch (Potse, Liebig34, Haus Mainusch etc.) sind ebenso die alternativen Wohn- und Freiräume Kölns davon bedroht, von der stadtpolitischen Obrigkeit verplant, verkauft und verdrängt zu werden. Für unkommerzielle und selbstverwaltete Kultur- und Wohnmöglichkeiten ist da in der Kommunalpolitik Kölns kein Platz.

31.01.18 12h Bahnhof Köln Messe/Deutz

Kneipe gegen Repression!

Ein hier nicht näher zu nennender Mensch ist zum Beginn dieses Jahres 2019 für einen vermeintlichen Flaschenwurf auf ein Bullenfahrzeug während der G20 Proteste in Hamburg zu drei Jahren Bewährung verurteilt worden.

Nicht nur das überzogene Strafmaß, sondern auch die verbleibenden Prozesskosten stehen nun wie ein Elefant im Raum.

Deswegen lädt die Osterinsel zur Solikneipe am Donnerstag, den 17.01. für eben diese Kosten ein.
Kommt rum, lasst uns durch die Lust am Trinken SoliKohle generieren.

Reaktion des Kölner Stadtanzeigers zur Bedrohung der Osterinsel

Artikel über die Situation unseres Wagenplatzes…

https://www.ksta.de/koeln/investor-will-grundstueck-bebauen-ehrenfelder-bauwagenplatz–osterinsel–droht-das-ende-31701246

Auszüge aus dem Artikel:

„Investor will Grundstück bebauen – Ehrenfelder Bauwagenplatz „Osterinsel“ droht das Ende

Kämpft mit uns für unseren Wohnraum, für alternative, unkommerzielle Wohn- und Kulturorte in Köln und überall!

 

Protestsingen der Wagenplätze und des autonomen Zentrums am Kölner Dom – Weihnachtsmarkt

Am Donnerstag, den 29.11. um ca. 20Uhr versammelten sich Freund*innen der Kölner Wagenplätze und des Kölner autonomen Zentrums zum gemeinschaftlichen Weihnachtssingen auf dem Weihnachtsmarkt am Kölner Dom.

Gemeinsam wurde die Hauptbühne auf dem Weihnachtsmarkt erklommen und für 10-15 Minuten gab es umgedichtete Weihnachtslieder und einen Redebeitrag, die auf die Situation des autonomen Zentrums und der Wagenplätze aufmerksam machten.

Nehmt ihr uns die Wohn- und Kulturräume ab, ziehen wir in die Innenstadt!

„Bleib Az Bleieieib, bleib Az bleib…!!!!“

„Ein Wagenplatz, ein Wagenplatz muss her sofort im Winter….“

Proteste bei der Jurysitzung am 21.11.

Am Mittwoch fand um 09.00 Uhr eine Jurysitzung im Hotel Dorint in Deutz statt, in der über Einzelheiten des Bauvorhabens der Pandion AG auf dem Wohnraum der Osterinsel entschieden werden sollte. Wir waren weder zu der Sitzung eingeladen noch über die Pläne des großen Bauinvestors informiert worden.

Dieses respektlose Verhalten uns gegenüber wollten wir nicht stillschweigend hinnehmen und haben uns aufgemacht, um an der Sitzung teilzunehmen. Gerade unsere Stimme muss doch gehört werden, wenn über unseren Lebensraum gesprochen wird.
Unser Wunsch wurde zunächst von den Vertretern der Pandion AG abgelehnt. Da bislang von Seiten des Investor Pandion noch keine Gespräche mit uns geführt wurden, wollten wir uns nicht erneut abspeisen lassen. Nach langen Verhandlungen und fast einer Stunde Verspätung startete die Jury-Sitzung dann mit 2 Vertretern der Osterinsel.
Geht doch.

Teilgenommen haben auch Vertreter der Politik und der Verwaltung. Zu Beginn kritisierte die Bezirksbürgermeisterin Lindenthals, Frau Blömer-Frerker, die Pandion AG dafür, nicht wie abgesprochen den Kontakt zu den Bewohnern der Osterinsel gesucht zu haben. Das Thema habe eine sozialpolitische Brisanz. Auch für Politiker ist mittlerweile erkennbar, dass hier eine Schieflage besteht und die Verdrängung von Wagenplätzen große Probleme mit sich bringt.

Im weiteren Verlauf muss Pandion zudem gestehen, das ganze Projekt auf einem Gebiet zu planen, welches noch gar nicht ihr Eigentum ist.

Es werden viele Architekturvorschläge besprochen. Modell 1,2 oder 3 usw……

Wir verlassen die Sitzung mittags und können immer noch nicht verstehen, wie ignorant solche Unternehmen sein können.


Und so stellen die sich das vor… aber, wo ist die Osterinsel?


In dem Sitzungssaal gab es Stellwände mit verschiedenen Entwürfen, unter anderem diesem Exemplar… Irgendwo haben wir dieses Graffiti schonmal gesehen…. Machen die jetzt Werbung mit linken Wohnprojekten?????

Pressemitteilung vom 08.11.2018

Pressemitteilung vom Wagenplatz Osterinsel 08.11.2018

Bewohner*innen des Wagenplatzes und die Bürgerinitiative Alsdorfer Straße fordern Bürger*innenbeteiligung Modell 3

Köln Braunsfeld, 08.11.2018.

Baupläne von Großinvestor Pandion AG in Köln Ehrenfeld übergehen die Bedürfnisse der Anwohner*innen und dem Bauwagenplatz Osterinsel.

Die Baupläne von der Pandion AG sehen vor, einen gigantischen Wohnkomplex auf der Fläche des jetzigen Bauwagenplatzes und dem brachliegenden alten Schrottplatz an der Alsdorfer Straße zu errichten.

Gemeinsam mit der neu gegründeten „Nachbarschaftsinitiative Alsdorfer Straße“ ist der Wagenplatz Osterinsel besorgt über die drohende Umsetzung des Großprojektes und die mäßigen Aussichten auf eine angemessene Möglichkeit der Bürger*innenbeteiligung. Die Nachbarschaftsinitiative befürchtet in den engen umliegenden Straßen ein stark ansteigendes Verkehrsaufkommen und den Verlust der Grünanlagen.

„Bisweilen hat weder die Stadt noch Pandion uns und unseren Lebensraum mitbedacht, geschweige denn Kontakt zu uns aufgenommen, um uns und unsere Bedürfnisse in ihre Bauplanungen zu integrieren. Bei dem jetzigen Vorhaben der Stadt und Pandion wird eine ausgewiesene Grünfläche bebaut und wir verlieren unser Zuhause und unseren Kulturort“, so Mathilde Setzer, Bewohnerin der Osterinsel.

Der Bauwagenplatz Osterinsel wurde vor 15 Jahren auf der Grenze der Kölner Stadtteile Ehrenfeld und Braunsfeld gegründet und ist seitdem zu einem alternativen Lebensraum für 40 Personen, sowie zu einem lebendigen, unkommerziellen Ort der Kultur erwachsen, an dem u. A. Lesungen, Konzerte, Vorträge, Film und Theatervorführungen stattfinden und diverse Werkstätten entstanden sind. Die Einfahrt zum Wagenplatz ist einer der letzten Orte, wo Graffitisprayer geduldet ihre Kunst praktizieren können. Die Bewohner*innen haben sich entschieden generationsübergreifend, ökologisch bewusst und ressourcenschonend als Gemeinschaft miteinander zu leben.

Ende September wurde klar, dass ein Großteil der Fläche des Bauwagenplatzes einer Wohnblockbebauung weichen soll. Informationen gab es weder von dem Grundstückseigentümer, der REWE Group, noch von dem Investor, der Pandion AG.

Osterinsel beteiligte sich schon frühzeitig

Das Immobilienunternehmen „Pandion AG“ plant den Bau von 300 hochwertigen Wohneinheiten auf dem Grundstück des ehemaligen Schrottplatzes an der Alsdorfer Straße, dem Gelände Firma Ketten Theiss, sowie auf einem seit langer Zeit durch die Bauwagenplatzbewohner der Osterinsel genutztem REWE Grundstück.

Die Bauwagenplatzbewohner der Osterinsel hatten sich bereits im Jahr 2004 an der Verhandlung über den Rahmensanierungsplan Braunsfeld/Ehrenfeld beteiligt. Die Grundstücke, auf welchen sich die Osterinsel ausdehnt, umfassen die sogenannte Gleisharfe, die als erhaltenswerte Grünfläche festgelegt wurde. Laut Rahmenplan sind diese Flächen nicht als Wohnbebauung vorgesehen und die übrigen, bebaubaren Grundstücke sind auf 200 Wohnheiten festgeschrieben.
(Rahmenplanung: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/rahmenplanung-braunsfeldmuengersdorfehrenfeld)
Da keine Veränderung des Rahmenplanes mit Beteiligung der Bürger*innen stattgefunden hat, ist diese Planungsänderung aus Sicht der Osterinsel unzulässig. Die Informationen über die geplanten Veränderungen sind durch die Eigeninitiative von betroffenen Anwohner*innen ans Licht gekommen.

Stadt möchte geringe Bürger*innenbeteiligung und weniger Kultur

Für das Planungsamt ist es am bequemsten die Bürgerbeteiligungsstufe 1 zu wählen, welche darin besteht, dass die Bürger*innen sich über öffentlich ausliegende Beschlüsse informieren können. Die Nachbarschaftsinitiative und der Wagenplatz fordern eine Bürgerbeteiligungsstufe 3, welche eine aktive Beteiligung in Form runder Tische vorsieht. Der Wagenplatz möchte in diesem Verfahren ausarbeiten, wie eine integrative Bebauung von Wohnkomplex und Wagenplatz aussehen kann. Die Nachbarschaftsinitiative möchte unter anderem eine alternative Erschließung des
Wohngebietes erwirken. Die Nachbarschaftsinitiative und die Osterinsel planen eine Petition für das Bürger*innenbeteiligungs-Modell 3.
Die Bewohner*innen der Osterinsel versuchen indessen mit Politikern und der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen, um nach Lösungen für den Erhalt des Wagenplatzes zu suchen.

„Angesprochen auf die Wichtigkeit und den Wert von alternativen, kulturellen Orten für Köln, bemerkte der Leiter des Liegenschaftsamts, Herr Fritz, dass der Erhalt von Kulturstätten zur Folge hätte, dass die Stadt attraktiver für Bewohner*innen würde, und dies in Zeiten der Wohnungsnot die Situation verschärfen würde. Woraus er also den Schluss zog, dass Kölns Kultur nicht erhaltenswert sei“, so Mathilde Setzer nach einem Gespräch mit Herrn Fritz.

Solche Sichtweisen und die Verdrängung kultureller Räume, gerade in Ehrenfeld, rücken die Causa Osterinsel in dasselbe Licht wie das Ende des Undergrounds, Jack In The Box oder Bel Air und die Bedrohung der Kolbhallen sowie des Allerweltshauses.

„Wir verurteilen die Verdrängung der kulturellen Orte und den Verlust von Lebensqualität abseits von Kommerz durch eine rücksichtslose, profitorientierte und intransparente Stadtplanung. In ganz Köln sind alternative Kulturprojekte durch Verkauf und Verdrängung bedroht, darunter die Wagenplätze ‚Schöner Wohnen‘ und ‚Wem gehört die Welt‘ sowie das Autonome Zentrum. Wir sind solidarisch mit allen Freiräumen und werden uns nicht aus Köln verdrängen
lassen!“
, erklärt Mathilde Setzer.

Kontakt:
Osterinsel e.V.
Stolberger Straße 90e
50933 Köln
E-Mail: osterinsel@riseup.net
Homepage: www.bwp-koeln.de